Mannschaftstour 2009

 

Mannschaftstour FC Scheven 1940 e.V. nach Kulmbach/ Bayern vom 3.-6.07.2009


 

Die alljährliche Mannschaftstour unserer Kickertruppe führte uns dieses Jahr mitten hinein ins tiefste Bayern. Einen Kulmbacher als Bayern zu bezeichnen, das lernten wir recht schnell, stieß nicht immer auf Gegenliebe. Nicht nur einmal wurde uns mit stolz geschwellter Brust zu verstehen gegeben, das man sich in Oberfranken befinde.

Aber der Reihe nach…

Anreise

Treffpunkt zur Abfahrt war der alte Möbel-Kings Parkplatz in Kommern. Mit ca. 10 min. Verspätung konnten wir unsere Reise antreten. Geplante Fahrzeit waren ca. 4,5 Stunden laut Routenplaner und Navi. Mike Hamacher hatte seinem Navigationssystem bereits bei der Abfahrt den Krieg erklärt und versuchte dementsprechend schneller am Ziel zu sein als das Gerät es anzeigte. Das die Restfahrzeit auch während der Fahrt je nach Geschwindigkeit von dem mobilen Reiseführer immer wieder neu berechnet wird, hatte ihm niemand gesagt. Es hätte ihn allerdings wohl auch nicht weiter gestört. So entschwand der silberne Polo bereits recht früh aus dem Blickfeld der übrigen Wagenkolonne. Ein Fahrzeug startete bereits mit einer Kiste gekühltem Bitburger an Bord. Dies konnten die Insassen des anderen Fahrzeugs so nicht auf sich sitzen lassen und es wurde bereits gegen 9 Uhr ein erstes Bierfrühstück an einer recht idyllischen Autobahnraststätte eingelegt. Nachdem der Kühlschrank leergekauft war ging es weiter. Während der restlichen Fahrt wechselten sich Pausen zum auffüllen des Biervorrats mit Pausen zum ablassen des getrunkenen Bieres sowie Positionskämpfen auf der Autobahn ab.

Erster Tag

Nach immerhin ca. 6 Stunden Fahrzeit erreichten wir schließlich das altehrwürdige Städtchen Kulmbach, direkt gelegen am Fuße der majestätischen Plassenburg. Aufgeteilt wurde die gut gelaunte Truppe in zwei schmucken Hotels, beide gelegen rund um den Marktplatz, auf dem die Vorbereitungen für das Kulmbacher Stadtfest bereits in vollem Gange waren. Viel mehr Zeit als für ein erstes Willkommensbier blieb allerdings nicht, da bereits der erste Programmpunkt des von Kalle „KJ“ (gesprochen Kääj Jääy) Klinkhammer eng gesteckten Zeitplanes anstand, eine Brauereibesichtigung. Mit leuchtenden Augen machten wir uns also mit Hilfe unseres inzwischen eingetroffenen einheimischen Führers Herbert (genannt Herr Bert) auf den Weg durch ein heißes Kulmbach zur Brauerei. Vorbei an zahlreichen Gerätschaften, die durch die Geschichte zum Brauen unseres Gerstenhaltigen Lieblingsgetränks benötigt wurden, kamen wir dem von der Besichtigungsleiterin angekündigten „Probierschluck“ immer näher. Bei einigen schien es sogar, als sei dies der einzige Ansporn, überhaupt einmal einen halbwegs interessierten Gesichtsausdruck aufzusetzen.

Den kulturellen Teil des Tages gut überstanden legten wir auf dem Rückweg einen Zwischenstopp in einem Getränkemarkt ein um anschließend auf dem Marktplatz in einer gemütlichen Außenanlage einer Kneipe einzukehren, von der man einen prima Blick auf die Geschehnisse des Stadtfestes hatte. Hier blieben wir bis zum Abend und tranken das ein oder andere Bier, einiges an Ramazotti und aßen von den umliegenden „Fressbuden“ die einheimischen Spezialitäten wie Döner oder Döner- Pommes oder Döner-Komplett. Lediglich Erik Giesen genehmigte sich ein spezielles Nudelgericht. Hierbei waren sich alle einig: „Das brennt mindestens zweimal“. Langsam füllte sich der Marktplatz des überall im Ort stattfindenden Stadtfestes und die erste Band begann mit ihrem Programm. Stefan Kratz, bis dahin noch etwas Wortkarg geblieben, heiterte die Stimmung zusätzlich mit dem von ihm immerwieder gerne und oft zitiertem: „Fußball, f***en, Mannschaftstour…“ auf. Unseren Standort gaben wir dann auch alsbald auf.. Zum Einen da es uns zu fortgeschrittener Stunde und zu fortgeschrittenem Alkoholpegel vor die Bühne zog, zum anderen weil einige Ramazottijünger unbedingt den Takt der Musik lautstark mit den Speisekarten auf dem Tisch unterstützen wollten, was dem Kneipenwirt aus völlig unverständlichen Gründen nicht das erwartete: „Eh Jungs, cooler Rhythmus…“ sondern eher ein: „OK, letztes Bier, dann raus!“entlockte. So wurde noch kräftig vor der Bühne zu einschlägigen Rhythmen gerockt und das Bier war von der direkt daneben gelegenen Theke auch schnell besorgt. Auch getanzt wurde vor der Bühne. Allerdings waren viele der tanzwilligen Schevener erst einmal an den Rand gedrängt, da bereits Thomas Sohn den selbigen aufs Parkett legte und dabei fast die gesamte Tanzfläche in Beschlag genommen hatte.

Höhepunkt des Abends war aber dann ein angekündigtes Live-Kurzgastspiel während des gerade stattfindenden Konzerts einer Band namens „KJ und Tommy“. Als alle ihre Hälse vom Bierglas zur Bühne gereckt hatten, stellten wir unter johlendem Geschrei fest, das es sich dabei um Kalle Klinkhammer und Tommy Mülln handelte, die tatsächlich die Bühne erobert hatten. Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer. Während Tommy sich seinem Schicksal fügte und freiwillig von der Bühne stapfte, musste Kalle zur Begeisterung des Schevener Anhangs nach mehrmaliger Aufforderung regelrecht abgeführt werden. Zu einem Wirklichen Gesangesgastspiel kam also gar nicht mehr wirklich. Jedoch wurde an diesem Abend die Hymne der Mannschafttour aus der Taufe gehoben. So gehörte ab dann das allbekannte „Allee..Allee….Allee,Allee,Allee…“ zum festen Bestandteil all unserer Aktivitäten. Der Ausklang des Abends fand nach Abschluss des Konzerts in der „Feuerwache“ statt, wo einige sich noch bis in die frühen Morgenstunden am Stadtfest erfreuten.

Zweiter Tag

Nachdem sich die ersten tapferen am nächsten Morgen bereits ein paar Streichhölzer zwischen die Augenlieder geklemmt hatten erfolgte bei den meisten nach dem ersten Blick aus dem Fenster die Ernüchterung. Es regnete in Strömen. Das Gewitter, welches sich bereits am Vortag durch große Schwüle und teilweise bedrohlich aussehende Wolkenberge angekündigt hatte, entlud sich nun genau an dem Samstag Vormittag, an dem die lange geplante Wanderung zur Plassenburg stattfinden sollte.

Nach längerer Beratung derjenigen, die bereits wieder ihrer Muttersprache mächtig waren und deren Frühstück nicht nur aus einer Aspirintablette aus Eriks schier unerschöpflichem Vorrat bestand, beschloss man, sich erst einmal zu treffen und dann weiter zu beraten. So trafen wir uns gegen 10.15 Uhr vor einem der beiden Hotels. Manche kamen direkt aus dem Bett und der teilweise noch schwankende Gang ließ nicht unbedingt auf vollständige Nüchternheit schließen. Andere hingegen, wie Rolf Peusens und Kalle Klinkhammer, scharrten bereits hoch motiviert und mit digitaler Spiegelreflexkamera und Wanderausrüstung bewaffnet mit den Hufen. Wir anderen waren gar nicht so unglücklich, uns schließlich diese Stundenlange Wanderung gespart zu haben. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, als sich herausstellte, dass uns eine ausgiebige Bierbrotzeit auf dem Gipfel erwartet hätte. Wie eine Phatamorgana erschien manchen die plötzliche Anwesenheit von Tommy Müller, der inzwischen auch eingetroffen war. Ein paar meiner Mannschaftskollegen stand die Überlegung auf die Stirn geschrieben: „War der gestern auch schon da? Ich kann mich nicht erinnern!“. Nachdem Regenschirme in allen Farben und Mustern verteilt wurden, entbrannte erst einmal eine rege Diskussion um Guido Glesmann. Inzwischen von seiner stilistisch sehr fragwürdigen Bettpfannenfrisur befreit, schilderte dieser lebhaft, wie er sich in der Nacht beim Toilettengang aus seinem Zimmer ausgeschlossen hatte, und lediglich mit einer Unterhose bekleidet die restliche Nacht in der Lobby des Hotels verbringen wollte. Als ihm dies zu langweilig erschien, machte er sich, fast wie Gott ihn schuf, auf den Weg zurück aufs Stadtfest, wo er so die restliche Nacht verbrachte.

Nach der Wahl des schönsten Regenschirms, die eindeutig Abi Balduin mit seinem Baby-Blau-Gemusterten Exemplar für sich entschied, endete die angekündigte Wanderung dann im so genannten „Plan B“. Wofür das „B“ stand, ist wohl nicht schwer zu erraten, und so fanden wir uns schnell ca. 50 m von unserem Hotel entfernt in einer der bereits geöffneten Kneipen wieder. Das Bier lief noch nicht optimal bei den meisten an diesem Morgen, und so wurden Stimmen nach einem Ortswechsel laut. Unser Reiseführer Herbert leitete uns zu Fuß durch fast ganz Kulmbach zu einem sehr schönen Brauhaus mit davor gelegenem Biergarten. Zuerst drinnen und später, nachdem sich die Sonne ihren rechtmäßigen Platz am Himmel zurückerkämpft hatte, auch draußen im Biergarten, verbrachten wir einen sehr schönen und lustigen Nachmittag mit dem selbstgebrauten sogenannten „Bernsteinbier“, was, wie von allen bestätigt, sehr süffig und gut bekömmlich war.

Einige Biere und Gesangseinlagen später entließen wir die tapfer kämpfende Kellnerin Lorena in ihren an diesem Tag sehr wohlverdienten Feierabend und machten uns unter lautem Gesang insbesondere des bereits erwähnten „Allee“ oder des wahlweise zu gebrauchenden „Tunnel“ auf den Weg zurück zum Stadtfest. Hier erfreute uns im Laufe des frühen Abends Daniel Linden mit einer besonderen Einlage. Er stellte sich als Bräutigam für einen Junggesellinnenabschied zur Verfügung und wurde so auf der großen Bühne vor dem Marktplatz vor allen Zuschauern verheiratet. Die Bühne schien sowieso auf manche eine besondere Anziehungskraft zu haben. So war Tommy Müllen, der sich inzwischen durch einen sehr schmucken, in den Vereinsfarben des 1. FC Köln gehaltenen, Rasta-Zopf in seinem Haar auszeichnete und Mike Hamacher das Tanzen auf Bänken und Tischen anscheinend zu langweilig. Plötzlich grüßte der Sänger der aktuellen Band vor vielleicht tausend oder mehr Zuschauern den FC Scheven. Als Mike und Tommy dann von der Bühne aus unsere Hymne anstimmten und der Schlagzeuger mit seinen Drumsticks den Takt dazu gab, waren alle aus dem Häuschen. Bei ihrer Rückkehr wurden die beiden dann auch gebührend gefeiert mit Gesängen wie: „Mike ist die geilste Sau der Welt…“.

Bis spät in die Nacht wurde noch zu aktueller Chartmusik und alten Klassikern richtig abgerockt. Während sich einige nach Mitternacht auf ihre Zimmer zurückzogen, suchten andere noch die „Feuerwache“ auf und ließen den Abend noch mit ein paar letzten Bieren ausklingen.

Dritter Tag

Auch dieser Morgen unterschied sich nicht sonderlich von dem Vorhergehenden. Geprägt von wenig Schlaf, Kopfschmerzen und bei dem ein oder anderen auch leichter Übelkeit machten wir uns nach dem Frühstück auf in die Stadt der Filmfestspiele, nach Bayreuth. Ca. 20 km von Kulmbach entfernt gelegen, wurde teils per Zug, teils per Auto angereist. Auf dem Programm stand wieder eine Brauereibesichtigung, diesmal in der Maisels Brauerei. Anschließend war ein Besuch des Stadtfestes Bayreuth geplant, welches parallel zu dem in Kulmbach stattfand. An der Brauerei angekommen standen wir jedoch erst einmal vor verschlossener Tür. Es wurde nicht lange gefackelt und wir suchten den direkt daneben gelegenen Biergarten auf, um unseren Pegel wieder auf einen normalen Stand zu bringen. Dank Pönis trockenen Kommentaren unter anderem zum Outfit der Kellnerin und einer Diskussion, ob wir auf die von Andi Busch entdeckte Vermisstenanzeige nach einem „Kater Paul“ nicht einfach mal unseren Paul Fehr anbieten sollten, wurde es ein kurzweiliger Aufenthalt. Nach längerem Hin und Her tauchte unser Brauereiführer dann noch auf und verkündete nach einer gestammelten Entschuldigung, die Führung sei Kostenlos und danach könnten wir in der Brauereieigenen Kneipe soviel Maisels trinken wie wir wollten. Einige Spieler habe ich sich nach diesen Worten schneller bewegen sehen als jemals in ihrer aktiven Fussballkarierre. So wurden nach der interessanten Führung, unter anderem durch die größte Bierglassammlung der Welt, noch einige Weißbier in der amerikanisch eingerichteten Schankkneipe der Brauerei genossen.

Anschließend ging es bei bestem Wetter aufs Stadtfest Bayreuth. Auch auf einem großen Platz gelegen, schnappten wir uns ein paar Bierbänke und es konnte feucht fröhlich weitergehen. Nachdem sich jeder einen Strohhut gekauft und etwas gegessen hatte, beschlossen wir, eine Beach-Bar aufzusuchen, die uns bereits auf dem Hinweg aufgefallen war, zu diesem Zeitpunkt jedoch geschlossen hatte. Auch hier genehmigten wir uns in chilliger Strandathmosphäre mit echtem Sandstrand ein paar Biere. Nach der Rückfahrt mit dem Zug und nachdem sich einige Teilnehmer der Reise bereits wieder Richtung Eifel verabschiedet hatten, kehrte die restliche Truppe abends wieder auf dem Stadtfest ein. Auch dieser Abend war geprägt von guter Stimmung und Livemusik. Viele zog es aber aufgrund der Strapazen der vergangenen Tage und der bevorstehenden Rückfahrt etwas früher in die Federn. Einige wenige ließen es sich aber auch an diesem letzten Abend nicht nehmen, bis in die späten Nachtstunden das Stadtfest unsicher zu machen.

Nachdem am nächsten morgen die Rückreise angetreten wurde und wir dem schönen Kulmbach den Rücken kehrten, war der einhellige Tenor: Eine sehr gelungene Manschaftstour! Mit der Mischung aus dem von Kalle vorbereiteten Programm und der guten Stimmung in der gesamten Truppe waren alle sehr zufrieden. Etwas Wehmut war dabei, das es so schnell vorbei war, aber alle trösteten sich mit der Gewissheit: Die nächste Mannschaftstour kommt bestimmt….

Piele

 

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