Eine starke Dorfgemeinschaft

 

So unterschiedlich Kirche, Turnverein und Fußballklub auch sind, ihre Vorsitzenden sind sich über das Erfolgsrezept ihrer Geschichten einig: Zusammenhalt und menschliches Engagement. das wurde nun mit einem Festwochenende gefeiert.

 

Der Schevener Chor umrahmte das Dreifachjubiläum im Dorfsaal mit seinen Sangesvorträgen klangvoll. (Bild: Greifenhofer)

Der Schevener Chor umrahmte das Dreifachjubiläum im Dorfsaal mit seinen Sangesvorträgen klangvoll. (Bild: Greifenhofer)

 

Zusammen zählen sie 320 Jahre: die Kirche in Scheven ist 150 Jahre alt, der Turnverein kann auf ein 100-jähriges Bestehen zurückblicken, der Schevener FC hat ein Alter von 70 Jahren. Wenn gleich drei Anlässe zum Feiern auffordern, dann muss dieser nahezu einzigartige Dreiklang an Jubiläen auch gebührend begangen werden. Dies ließen sich auch die Vorstände der drei Vereine nicht zweimal sagen und planten seit Anfang des Jahres ein ganzes Festwochenende, das am Freitag mit einem feierlichen Akt im Schevener Saal „Op de Kier“ eingeleitet wurde.

So unterschiedlich die Vereine auch sind, ihre Vorsitzenden sind sich über das Erfolgsrezept ihrer Geschichten einig: Zusammenhalt und menschliches Engagement. Die innige Dorfgemeinschaft wird nicht nur daran deutlich, dass die drei Vereine ihre Mitglieder vor den etwa 200 Gästen an diesem Abend gemeinsam ehrten. Auch der Festsaal aus dem Jahre 1910 zeugt von der stolzen Dorfhistorie. An den Wänden steht das Scheven-Lied geschrieben, das die geehrten Mitglieder zum Ende der Veranstaltung sangen.

Mit den Einnahmen aus dem Festwochenende soll der Saal saniert werden. In alter Tradition wird dabei sicherlich auch mit tatkräftiger Unterstützung aus der Schevener Bevölkerung zu rechnen sein, wie schon vor 150 Jahren beim Kirchenbau von St. Apollinaris. Nachzulesen ist die Entstehung des Gotteshauses in der Festschrift, die vom Festkomitee herausgegeben wurde.

Franz Weigel, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, empfand besonders die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kall vor der Vereinigung zum Kirchenverband mit Kall-Steinfeld im Jahre 2007 beeindruckend. Sie zeige das bereitwillige Engagement, durch das die Gemeinschaft lebt. Aus diesem schöpft auch der Turnverein (TV) Scheven seine Lebenskraft. Willi Möres steht dem Klub seit elf Jahren als Vorsitzender vor. Der Polizeibeamte betonte vor allem die Vielfalt des Turnvereins. Vom Kinderturnen bis zum Nordic Walking für Damen bietet der TV Scheven für Jung und Alt Möglichkeiten der sportlichen Ertüchtigung. Von Vertretern des Turngaus Aachen erhielten verdiente Mitglieder an diesem Abend eine goldene Nadel.

 

Urlaub verschoben

 

Beim FC Scheven gehe es nicht nur um den Sport, sondern auch um das Dorf, so Karl-Josef Klinkhammer, Vorsitzender des Fußballvereins. Stolz schilderte er, dass sich der Verband mit Weihnachtsmärkten, Mitgliederabenden und Motto-Sportfesten erfolgreich um die Gemeinschaft bemühe. Auch zur Ehrung der 50 und 60 Jahre währenden Mitgliedschaften hatte sich der jüngste der drei Vereine etwas Besonderes überlegt: Mit Karl Schumacher (80), der zur Teilnahme an dem Festakt seinen Urlaub verschoben hatte, befand sich eines der zwei noch lebenden FC-Mitglieder im Festsaal, die 1948 den Willi-Müller-Wanderpokal gewonnen hatten.

Zur Ehrung wurde dieser Pokal, der seit fast 60 Jahren in einer Kneipe in Eiserfey zu sehen ist, nach Scheven geholt - und das, obwohl die Wirtin versicherte, der Pokal verließe die Kneipe noch nicht mal während eines Anstriches, dann „würde drum herum gestrichen“.

Landrat Günter Rosenke, der Kaller Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung, Herbert Rademacher, sowie Ortsvorsteher Siegfried Schäfer und Domkapitular Hans-Joachim Hellwig ließen es sich nicht nehmen, den Vereinen zu gratulieren. Sie lobten ihre Einigkeit, ihren Einsatz und die Einmaligkeit dieses Festes. Für musikalische Unterhaltung sorgten der Musikverein Weyer, der Schevener Chor sowie der Gospelchor „Sisters and Brothers“.

Der Samstag wartete mit einem Lebendkicker- und Kleinfeldturnier auf dem Schevener Sportplatz auf. Weihbischof Karl Reger feierte am Sonntag mit den Jubiläumsvereinen einen Festgottesdienst mit anschließendem Umzug und Spielenachmittag.

Nach oben